Unternehmen im Peiner Land stehen vor großen Herausforderungen: Sie müssen sich in Bezug auf Klimaschutz und Digitalisierung weiterentwickeln und neu ausrichten. Die Fachwelt spricht in diesem Zusammenhang von Transformation. Wie dieser Prozess von der Politik begleitet werden kann, war das Thema eines Gastvortrags bei der Herbstveranstaltung des Industrie- und Wirtschaftsvereins Peine und Umgebung. Redner war der niedersächsische Minister für Wirtschaft, Verkehr, Bauen und Digitalisierung, Olaf Lies (SPD).

Foto: Ralf Büchler

Lies hob in seinem Vortrag den Dialog untereinander als wichtige Grundlage für den langfristigen Erfolg hervor. „Die Transformation treibt uns um. Um die wichtigen Ziele zu erreichen, müssen möglichst viele Fachkompetenzen verbunden werden“, war von ihm zu erfahren. Dazu gehörten rechtzeitige Planungen, Konzepte und eine zügige Umsetzung – vor allem bei den wichtigen Themen Digitalisierung und Klimaschutz. Die Verantwortung fürs Handeln müsse jeweils übernommen werden. „Wir leben in Zeiten der vielfältigen Krisen, Kriege und weiteren besonderen Herausforderungen wie den Klimawandel, sowie die Zahl der Flüchtlinge“, machte der Minister deutlich. Die veränderten Rahmenbedingungen seien frühzeitig zu erkennen, denn sie erfordern ein konsequentes, schnelles Reagieren durch alle Beteiligten.

Als besondere Schwerpunkte sprach Lies über die Dekarbonisierung – also den Ersatz von fossilen Brennstoffen durch erneuerbare Energiequellen. Ziel sei es, den CO²-Bedarf weiter zu senken, um die gesetzten Klimaziele zu erreichen und auch, um Arbeitsplätze zu erhalten. Dabei bleibe der Ausbau der erneuerbaren Energien weiterhin sehr wichtig. 2,2 Prozent des Bedarfs soll durch Windenergie gedeckt werden. Dazu müssen laut Lies noch weitere bürokratische Hürden abgebaut werden. „Wir müssen geopolitisch Haltung bewahren. Die Rückkehr zu den Atomkraftwerken ist dabei keine sinnvolle Lösung“, betonte Lies. Die digitale Weiterentwicklung sei in allen Gebieten Deutschlands zu forcieren. Die immer noch vorhandenen Lücken in der Abdeckung, vorrangig in ländlichen Bereichen, müssten schnellstens geschlossen werden.

Ein weiterer Schwerpunkt war für den Minister der demografische Wandel und der damit verbundene und viele Bereiche betreffende Fachkräftemangel. Es gebe einfach zu viele Ausfallzeiten in Kindergärten und Schulen. Hier seien Strukturen anzupassen und dauerhafte, sinnvolle Lösungen zu finden. „Wir brauchen Perspektiven, die besonders jungen Menschen Mut machen“, forderte Lies und führte abschließend aus: „Wir sind in der Lage, die Zukunft zu gestalten. Die Chancen dürfen wir uns nicht nehmen lassen – mit ein bisschen mehr Mut und Gelassenheit.“

Johann-Heinrich Bremer, Geschäftsführer des Peiner Industrie- und Wirtschaftsvereins, ehrte und verabschiedete Gordon Firl, der von 2013 bis 2023 stellvertretender Vorsitzender war und das Peiner Land aus beruflichen Gründen verlassen hat. Firl war Geschäftsführer der Madsack-Medien-Ostniedersachsen, zu der auch die PAZ gehört, und hat zum 1. April die Geschäftsführung der Ostsee-Zeitung in Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) übernommen. Bremer lobte ihn für seine hervorragende Leistung für den Verein. Firl bedankte sich mit den Worten: „Das war kein Einzelergebnis von mir, sondern eine Teamleistung. Peine ist eine tolle Stadt, hier komme ich immer gern her.“

Rund 100 interessierte Gäste unter anderem aus Industrie, Wirtschaft und Verbänden waren der Einladung des Wirtschaftsvereins-Vorsitzenden Stefan Honrath zur Herbstveranstaltung im Stederdorfer Hotel Schönau gefolgt, darunter die Mitglieder des niedersächsischen Landtags Julius Schneider (SPD), Heiko Sachtleben (Bündnis 90/Die Grünen) und Stefan Klein (SPD).